Zukunftswerkstatt "Konsum und Umwelt im Jahr 2010"

Das Original ist unter dem gleichen Titel erschienen in: arbeiten+lernen/Wirtschaft 7. Jg. (1997) Nr. 25, S. 35-39.
(c) 2001 Ursel Imhof, Buxtehude

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Ursel Imhof

Inhalt

Wichtigste Zielpunkte einer Zukunftswerkstatt
Ablauf einer Zukunftswerkstatt
Zukunftswerkstatt "Konsum und Umwelt im Jahr 2010"
Intentionen
Möglicher Ablauf
Zeitreise in das Jahr 2010
Grundlegende Literatur

 

Wichtigste Zielpunkte einer Zukunftswerkstatt

Ein wesentliches Ziel der ökonomischen Bildung ist der Erwerb von Handlungskompetenz. Dies erfordert sowohl die Vermittlung von Fach- und Methodenkompetenz als auch von Personal- und Sozialkompetenz. Die Zukunftswerkstatt ist eine Methode, die im besonderen Maße grundlegende Kompetenzen fördert, z.B. problemlösendes Denken, Kreativität, Kooperationsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Als Themen für eine Zukunftswerkstatt eignen sich Probleme und Fragestellungen, die für eine Gruppe bedeutsam sind und als dringend lösungsbedürftig angesehen werden.

Wichtigste Zielpunkte einer Zukunftswerkstatt

Ablauf einer Zukunftswerkstatt

Die Zukunftswerkstatt läuft in mehreren Phasen ab:

  1. Vorbereitungsphase,
  2. Kritikphase,
  3. Fantasiephase,
  4. Verwirklichungsphase,
  5. Nachbereitungsphase

Um bei der Schülerinnen und Schülern ein Methodenbewusstsein zu erzielen, sind Piktogramme sinnvoll, die die jeweilige Phase symbolisieren und die wesentlichen Merkmale veranschaulichen.

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Zukunftswerkstatt "Konsum und Umwelt im Jahr 2010"

Intentionen

Möglicher Ablauf

Vorbereitungsphase

Sie dient der organisatorischen und inhaltlichen Vorbereitung, z.B.

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Kritik- bzw. Problematisierungsphase

In dieser Phase geht es darum, einen an dem Unbehagen und Problembewusstsein der Schülerinnen und Schüler orientierten Zugang zum Thema zu eröffnen. Sie sollen sich möglichst vielfältige Kritik- und Problempunkte überlegen, die mit der Entwicklung der Produktion und des Konsums von Gütern und die dadurch bedingte Umweltbelastung durch Verpackungsmüll zusammenhängen.

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Weitere Spielregeln:

Fantasie- bzw. Utopiephase

In dieser Phase geht es darum, die eingegrenzten Probleme ins Positive zu wenden und als Wünsche umzuformulieren, z.B. größeres Angebot an Speisen und Getränken in wieder verwertbaren Behältern, unverpackte Ge- und Verbrauchsgüter. Das ist aber erst die Vorbereitung auf die eigentliche Fantasiephase, weil die Wünsche in der Regel noch keine Fantasien und Utopien enthalten.
Die Schülerinnen und Schüler werden als Einstimmung eingeladen zu einer

 

Zeitreise in das Jahr 2010

Zum Fantasieren ist es günstig, sich bei leiser Musik zu entspannen und die Augen zu schließen...
Die Lehrkraft erzählt mit sanfter Stimme: Ihr befindet euch im Jahr 2010. Alle von euch kritisierten Probleme in Bezug auf Produktion und Konsum von Gütern sind gelöst. Wie?... Ja, es entstand sogar ein Wettbewerb um den umweltfreundlichsten Produzenten und Konsumenten, um die umweltfreundlichste Stadt... und das umweltfreundlichste Land... Was ist konkret passiert? Was hat sich alles verändert?... Ihr geht umher und entdeckt Neues und auch Bekanntes, schaut euch das genau an... Wie sieht das alles aus, was hat sich verbessert?... Ihr schaut euch das an, wo ihr bisher noch nicht gewesen seid... und sammelt weiter Eindrücke... Langsam verlasst ihr wieder diese Traumwelt - schaut zurück - was nehmt ihr mit?

 


Verwirklichungsphase

In dieser letzten Phase geht es darum, die Zukunftsentwürfe und Fantasien mit den wirklichen Verhältnissen der Gegenwart zusammenzubringen, sowie Wege und Strategien zu ihrer Durchsetzung zu finden. Es sollen möglichst vielfältige, neuartige und erfolgversprechende Wege zur Verwirklichung einer besseren Zukunft gefunden werden.

In naher Zukunft 2005/2010

Es empfiehlt sich, dann eine Phase im Plenum anzuschließen, in der gemeinsam entschieden wird, wer, was, wann, wo, mit welchem Ziel und mit wem umsetzen will, damit die guten Verwirklichungspläne nicht im Schulalltag vergessen werden. Diese Vereinbarungen sollten auf Plakaten aufgeschrieben und in die Ausstellung der Ergebnisse eingefügt werden.

Nachbereitungsphase

Im Verlauf der Werkstatt hat sich der Unterrichtsraum radikal verändert: Die Wände sind reichhaltig ausstaffiert mit den vielfältigen Arbeitsprodukten und geben so ein eindrucksvolles Bild von der geleisteten Arbeit.
Eine abschließende Begehung der Ausstellung soll dazu dienen, den vollzogenen Lernprozess noch einmal im Zusammenhang nachzuvollziehen:

... Erinnern wir uns noch einmal an die Einführungsphase ... an die Kritikpunkte ... Welche Probleme standen im Vordergrund? - Ja, und dann kam die Fantasiephase. Wie erging es euch bei der Zeitreise? ... Welche Ideen kamen dabei, welche Symbole wurden gefunden? ... Wie war die Arbeit in der Gruppe? ... Nun gehen wir weiter zur Verwirklichungsphase ... Welche Visionen wurden zur Verwirklichung vorgenommen? ... Wie war die Präsentation? Für welche Schritte habt ihr euch entschieden? ... Kommt jetzt ins Plenum zurück, wo wir eine kurze Auswertungsphase machen.

 

Grundlegende Literatur:

Stiftung Verbraucherinstitut (Hrsg.): "Denken und Handeln für ein ökologisches Europa" "Eine Zukunftswerkstatt", Berlin (Reichpietschufer 74-76, 10785 Berlin).

Jungk, Robert; Müllert, Norbert R. (1989): Zukunftswerkstätten. Mit Fantasie gegen Routine und Resignation. München. Heyne (Nr. 73).

 



Keywords: Zukunft, Zukunftsgestaltung, Politische Bildung, Ökonomische Bildung, Konsum, Umweltschutz, Demokratisierung, Kritik, Vision, Methodenbewusstsein, Gestaltungskompetenz, Beteiligung, Prozessbegleitung, Präsentation, Ausstellung

Übersicht: Literaturhinweise + online - Dokumente  
Übersicht: online - Dokumente

 

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