Radiowerkstatt

sowi-online dankt dem Landesinstitut für Schule, Soest, und der Redaktion von learn:line für die freundliche Genehmigung zur Aufnahme dieser Seite in das Angebot von sowi-online.

Inhalt1

Einführung
Aufgabenbeispiele
Hinweise und Tips für die Produktion
Elemente einer Radio-Reportage



Die Produktion eines Radiomagazinbeitrags kann sowohl für kursinterne Zwecke als auch für einen (Lokal-)Rundfunkbeitrag durchgeführt werden. Im letzteren Fall sollte ein "Aufhänger" durch die Verbindung eines aktuellen Ereignisses mit dem Unterrichtsthema gefunden werden.

Ziel einer Radiowerkstatt ist es in erster Linie, komplexe inhaltliche Zusammenhänge in verständlicher und prägnanter Form auf wenige Kernaussagen zu reduzieren.


Einstieg

Nehmen wir an, die örtliche/regionale Rundfunkanstalt kommt in Ihre Schule wegen eines von Ihnen zu bestimmenden Anlasses (Projektwoche, 25 Jahrfeier o. ä.). Die Schülerinnen und Schüler sollen die Rolle des Reporters übernehmen. Sie erhalten 20 Minuten Zeit, sich Interviewfragen auszudenken. Anschließend kommen jeweils zwei zusammen, einer als Interviewerin bzw. Interviewer, einer als Befragte bzw. Befragter. Das Interview soll nicht länger als zwei Minuten dauern und auf Band aufgenommen werden. Danach werden die Rollen getauscht. Mit dem Abhören der Beiträge lassen sich erste Aspekte der Radioarbeit besprechen: Fragetechnik, Inhalte, Rollengefühle, Medienwirkung, technische Anforderungen usw.


Für das Hören schreiben

Texte, die für Hörerinnen und Hörer geschrieben werden, müssen anders formuliert werden, als solche für Leserinnen und Leser. Während beim Lesen die Lesegeschwindigkeit individuell bestimmt wird, der Text im Überblick vorliegt und somit Rücksprünge bei Unverständlichkeit (z. B. wegen Fremdwörter oder des Satzbaus) möglich sind, bleibt der Hörerin / dem Hörer keine dieser Möglichkeiten. Folglich muß die Sprechgeschwindigkeit relativ langsam sein. Die Sprache muß einfach abgefaßt werden und der einzelne Satz darf nur wenige Informationen beinhalten. Die Hörerin und der Hörer müssen Schritt für Schritt informiert werden. Es muß also so formuliert werden, daß alles sofort verständlich wird. Deshalb ist es notwendig, immer wieder Wiederholungen einzubauen und akustische Hilfen zu geben.

Arbeitsauftrag:
Formulieren Sie einen kurzen Zeitungsartikel in eine Rundfunkmeldung um.




Einen Rundfunkbeitrag zusammenstellen

Das charakteristische eines zusammengestellten Rundfunkbeitrages liegt im Wechsel zwischen Autorentext und Originaltönen (O-Ton). Der Text des Redakteurs kann u. a. kommentierend (Meinungswiedergabe eines Redakteurs), glossierend (tadelnd, entlarvend, verspottend usw.) oder auch im Nachrichtenstil abgefaßt sein. Seine Länge beträgt zwei bis fünf Minuten. Der Standardbeitrag wird mit 3.30 Minuten angesetzt und sollte höchstens 50 Prozent O-Töne enthalten.

Originaltöne können sein

Arbeitsauftrag:

Produktion einer Magazinsendung

Im Rundfunk gesendete typische Abendmagazine, bieten jeweils ein Thema als Hintergrundinformation an. Die Sendedauer beträgt ungefähr eine Stunde. Kriterien für die Themenauswahl sind Aktualität, Relevanz für die Zuhörerinnen und Zuhörer und "Human Touch". Die Strukturierung der Sendung ist durch fünf bis acht Blöcke à circa drei bis fünf Minuten, die sich mit Musik abwechseln gekennzeichnet. Die Beiträge folgen häufig dem Muster: drei bis vier Hauptthemen, ein historisches Stichwort, ein Interview "pro", ein Interview "kontra" und ein offener Bericht/Kommentar. Jeder Beitrag ist eine in sich abgeschlossene Einheit, zu deren internem Verständnis es nicht der vorangegangenen Beiträge bedarf. Die Musik hat keine thematische Anbindung.

Arbeitsauftrag:
Die Gesamtgruppe einigt sich auf ein zu bearbeitendes Thema.
Einzelne Gruppen des Kurses sind für die Produktion jeweils eines Beitrags zu dem Themenbereich zuständig. Die Beiträge sollen die verschiedenen Möglichkeiten widerspiegeln: Interview, Diskussion, Kommentar usw.


Hinweise und Tips für die Produktion


Für das Anfertigen von Manuskripten

Für das Sprechen

Für die Aufnahme

Vgl.: Ludwig Heuwinkel / Peter Krämer / Bernd Kühmel: Sozialisation: Wer oder was bin ich? Sozialwissenschaftliche Studien für den Sekundarbereich II, Band 2. Hannover 1993, S. 154-156.

Rundfunk im Internet - Übersichten

http://www.radio-directory.com
http://www.netradio.com
http://www.radioweb.de

Elemente einer Radio-Reportage

Die Beschreibung
Sie ist der wichtigste Bestandteil einer Reportage. Sie lebt von der persönlichen Schilderung. Was der Journalist dazu unbedingt braucht, ist die Begabung, das Gesehene spontan in eine bildreiche Sprache umzusetzen.

Das Statement
Es ist eine knappe Aussage (z.B. eines Betroffenen) im Originalton, ohne Zwischenfrage.

Der Bericht
Im Bericht faßt der Reporter Fakten und ähnliches zusammen, die er weiß oder die er recherchiert hat.

Das Interview
Bei größeren Reportagen ist das Interview nach der Beschreibung der wichtigste Bestandteil. Interviews in Reportagen leben von ihrer Unmittelbarkeit und nicht selten auch von Stimmungen, die darin zum Ausdruck kommen.

Original-Töne
Neben der Sprache sind alle anderen Originaltöne, also Musik, Geräusche und künstliche O-Töne, weitere wichtige Elemente, die eine Reportage "hautnah" werden lassen.

Weitere Elemente
einer Reportage können eine historische Rückblende (Chronologie), das Porträt einer Person und ein Gespräch sein.

Heinz Pürer: Praktischer Journalismus in Zeitung, Radio und Fernsehen. Salzburg 1991, S. 153.




1   Das Inhaltsverzeichnis ist vom Redaktionsteam von sowi-online hinzugefügt worden, und ist im Originaltext nicht enthalten.

Keywords: Unterrichtsmethoden, Unterrichtsmethode, Methoden, Lehr-Lern-Methoden

Übersicht: Literaturhinweise + online - Dokumente  
Übersicht: online - Dokumente

 

 © 2003 Landesinstitut für Schule, Soest; © 2005 sowi-online e.V., Bielefeld  Verantwortlich für diese Seite: Reinhold Hedtke  WWW-Präsentation: Norbert Jacke  Bearbeitung: Carsten Koch  Veröffentlichungsdatum: 20.07.2005  URL des Dokuments: http://www.sowi-online.de/methoden/lexikon/radiowerkstatt.htm