Zukunftswerkstatt

Ilona Böttger

Inhalt

Kurzbeschreibung
1. Portrait Zukunftswerkstatt
2. Herkunft und Entwicklung
3. Typische Anwendungsfelder
4. Hinweise zur praktischen Umsetzung
5. Literatur
  5.1 online-Literatur

 

Kurzbeschreibung

Die Methode "Zukunftswerkstatt" geht davon aus, dass die Menschen über häufig ungenutzte kreative Fähigkeiten sowie Problemlösungspotenziale verfügen, die aktiviert werden können. Mit Hilfe der Methode werden diese Ressourcen mit dem Ziel mobilisiert, Perspektiven für die individuelle und/oder gemeinsame Zukunft zu entwickeln und konkrete Schritte zur Erreichung dieser Ziele zu planen.

Die Spezifik von Zukunftswerkstätten besteht in der Abfolge der Phasen. In der Kritikphase wird eine Bestandsaufnahme der Gegenwart vorgenommen. Die Kritik aller Teilnehmenden, das Unbehagen, die Probleme - also alles das, was die Gegenwart belastet - wird gesammelt. Es folgt die Visionsphase. In dieser entwickeln die Teilnehmenden das Bild einer Zukunft, in der sich alle ihre Wünsche erfüllt haben, in der sie so leben und arbeiten, wie es ihnen optimal erscheint. Es folgt die Realisierungsphase, in der eine Verbindung zwischen dem Ist-Zustand und dem gewünschten Zustand, der Vision, hergestellt wird und konkrete Handlungsschritte entwickelt werden, wie man seiner Vision Stück für Stück näher kommen kann.

1. Portrait Zukunftswerkstatt

Das Konzept "Zukunftswerkstatt" lebt von der Überzeugung, dass die Menschen über häufig ungenutzte kreative Fähigkeiten sowie Problemlösungspotenziale verfügen, die aktiviert werden können. Mit Hilfe der Methode "Zukunftswerkstatt" werden diese Ressourcen mobilisiert. Ziel ist es, Perspektiven für die individuelle und/oder gemeinsame Zukunft zu entwickeln und konkrete Schritte zur Erreichung dieser Ziele zu planen. Dieser Prozess erfolgt in einer aktiven Art und Weise. Die Teilnehmenden setzen sich in unterschiedlicher Form mit der jeweiligen Thematik auseinander. Sie arbeiten assoziativ, spielerisch, kreativ und kognitiv. Mal geschieht die Auseinandersetzung in Kleingruppen, mal im Plenum und mal alleine.

Die Spezifik von Zukunftswerkstätten besteht in der Abfolge der Phasen. In der Kritikphase wird eine Bestandsaufnahme der Gegenwart vorgenommen. Nach der Einführung in die Zukunftswerkstatt beginnt die Kritikphase. Hier wird eine Bestandsaufnahme der Gegenwart vorgenommen. Die Kritik aller Teilnehmenden, das Unbehagen, die Probleme - also alles das, was die Gegenwart belastet - wird gesammelt und ergibt in der Zusammenschau ein umfassendes Bild des Ist-Zustandes.

Das Besondere am Instrument "Zukunftswerkstatt" ist der nun folgende Schritt. Statt, wie üblich, von der Kritik aus die Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln, folgt zunächst die Visionsphase. Hier entwickeln die Teilnehmenden das Bild einer Zukunft, in der sich alle ihre Wünsche erfüllt haben, in der sie so leben und arbeiten, wie es ihnen optimal erscheint. Dem zu Grunde liegt die Überzeugung, dass die Ziele, die von einer Organisation, einer Gruppe bzw. einem Team verfolgt werden, dann die meiste Chance auf Umsetzung haben, wenn sie von der Kraft der Wünsche und Visionen der Mitarbeiter getragen sind. Nur dann nämlich werden sich diese für die Erreichung dieser Ziele wirklich engagieren.

Sind die Visionen entwickelt - individuell und im Team - beginnt die Realisierungsphase. In dieser werden zentrale Elemente der Visionen identifiziert, um daraus konkrete Ziele für die Arbeit abzuleiten. In dieser Phase geht es darum, eine Verbindung zwischen dem Ist-Zustand und dem gewünschten Zustand, der Vision, herzustellen und konkrete Handlungsschritte zu entwickeln. Wie kann man seiner Vision Stück für Stück näher kommen, so lautet die Frage in dieser Phase. Um diese zu beantworten, werden Handlungspläne mit konkreten Umsetzungsschritten erarbeitet.

2. Herkunft und Entwicklung

Die Ursprünge der Zukunftswerkstatt liegen in den 60er Jahren und sind eng mit der Person des Zukunftsforschers Robert Jungk verbunden. Ausgehend von der Kritik, dass wichtige Entscheidungen von Experten unter Ausschluss der später Betroffenen dieser Entscheidung getroffen werden, suchte dieser nach Wegen einer lebendigen Demokratie von unten. Nach Zeiten des Experimentierens entwickelte sich allmählich der noch heute gültige methodische Verlauf der Zukunftswerkstatt. Ende der 70er Jahre war das Phasenschema entwickelt und wurde von Robert Jungk und Norbert Müllert unter dem Titel: Zukunftswerkstätten: Mit Fantasie gegen Routine und Resignation" veröffentlicht. Seitdem wurden zwar die einzelnen Phasen methodisch ausgeweitet, das Grundschema jedoch blieb bestehen (vgl. Dauscher 1998, 97 f.).

3. Typische Anwendungsfelder

Wurden Zukunftswerkstätten in ihren Anfängen primär im Kontext von Bürgerinitiativen eingesetzt, so haben sich die Anwendungsfelder inzwischen erweitert. Sie werden heute als aktivierende Elemente in Bildungsveranstaltungen ebenso eingesetzt wie in Schulentwicklungsprozessen, in Teamfindungsprozessen sowie in der Organisations- und Projektentwicklung.

4. Hinweise zur praktischen Umsetzung

Die Gruppe der beteiligten Personen an einer Zukunftswerkstatt liegt zwischen 15 und 25 Personen. Eine klassische Werkstatt dauert mindestens zwei, besser 3 Tage. Es ist auch möglich, kürzere Werkstätten zu veranstalten, diese verlieren aber an Intensität, je kürzer sie sind.

Die Moderation der Zukunftswerkstatt schafft einen Rahmen für die Auseinandersetzung der Teilnehmenden mit der Thematik und führt diese durch die verschiedenen Phasen der Werkstatt. Die inhaltliche Arbeit am Thema sowie die Entwicklung konkreter Handlungsschritte geschieht durch die beteiligten Personen - entsprechend den Prinzipien der Moderation. Sinnvoll ist der Einsatz einer professionellen Moderation. Das erhöht die Chance, das die Möglichkeiten der Methode Zukunftswerkstatt auch umgesetzt werden.

5. Literatur

Apel, Heino/ Günther, Beate (1999): Mediation und Zukunftswerkstatt. Prozesswerkzeuge für die Lokale Agenda 21, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (Hrsg.), Frankfurt am Main.

Burow, Olaf-Axel/ Neumann-Schönwetter (Hrsg., 1995): Zukunftswerkstatt in Schule und Unterricht, Hamburg.

Dauscher, Ulrich (1998): Moderationsmethoden und Zukunftswerkstatt, Neuwied/Kriftel/Berlin.

Jungk, Robert/ Müllert, Norbert R. (1989): Zukunftswerkstätten. Mit Fantasie gegen Routine und Resignation, Heyne Verlag, München.

Kuhnt, Beate/ Müllert, Norbert (1996): Moderationsfibel Zukunftswerkstätten, Münster.

Lechler, Michael (1992): Zukunftswerkstätten. Kreativität und Aktivierung für lokales Bürgerengagement, Stiftung Mitarbeit (Hrsg.), Bonn.

Schulz, Katja (1996): Mut zum Träumen. Die Zukunftswerkstatt als Methode aktivierender Umweltbildung, AnSchub extra, Berlin.

Stange, Waldemar (1996): Planen mit Fantasie. Zukunftswerkstatt und Planungszirkel für Kinder und Jugendliche. Deutsches Kinderhilfswerk (Hrsg.), Berlin und Kiel.

Stange, Waldemar/ Paschen, Wolf (1995): Praxishandbuch Zukunftswerkstätten, DGB-Jugend Nordmark (Hrsg.), Hamburg.

Stiftung Verbraucherinstitut (Hrsg., 1993): Denken und Handeln für ein ökologisches Europa. Eine Zukunftswerkstatt, Berlin.

5.1 online-Literatur

Gnielczyk, Peter (1997): Schuldenprävention - eine Zukunftswerkstatt. Materialien für den handlungsorientierten Unterricht. In: Informationen zu Arbeit, Wirtschaft, Technik (AWT-Info) 16. Jahrgang, (1997) Heft 2, Seite 30-35.

Weinbrenner, Peter (1997): Zukunftswerkstatt. Bielefeld.

Imhof, Ursel (1997): Zukunftswerkstatt "Konsum und Umwelt im Jahr 2010". In: arbeiten+lernen/Wirtschaft 7. Jg. (1997) Nr. 25, S. 35-39.

sowi-online Originalbeitrag

(c) 2001 Ilona Böttger, Berlin; (c) 2001 sowi-online e. V., Bielefeld

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